2004 nahm ich an einem Marathonrennen in Südkorea teil. Damals hatte ich leider noch keinen Blog, allerdings schon immer das Bedürfnis mich meinen Freunden in der Heimat mitzuteilen. Also schrieb ich ab und zu Rundmails über meine “Abenteuer” im Land der aufgehenden Sonne. Eine diser Mails befasste sich mit dem Gyeongju Marathon und wurde prompt von Peter Greif zu einem Newsletter “missbraucht” um wertlose Pulsmesser an den Mann zu bringen. Kleiner Scherz, Peter hatte natürlich gefragt und mir war die Verbreitung meines Berichts nur recht.
Heute soll ein Weltrekordversuch gestartet werden! Mehr als 3900 Weihnachtsmänner sollen sich im Kostüm zum gemeinsamen Laufen um die Binnenalster einfinden und so diesen Lauf und der Stadt Hamburg einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde sichern. Der Versuch misslingt, denn es finden sich “nur” 1500 bis 2000 Weihnachtsmänner und -frauen ein. Trotzdem war diese Aktion ein riesiger Spaß und primär ja auch eigentlich für den guten Zweck, denn 10€/Starter gehen an die Aktion “Kinder helfen Kindern“! Endlich kommt auch bei mir Weihnachtsstimmung auf!
Im Anschluss findet noch der sogenannte Speedrun statt, bei dem der schnellste Weihnachtsmann der Welt ermittelt werden soll. In einer Mischung aus senilem Leichtsinn und Fehlinformation durch die wenig informative Seite des Veranstalters, melde ich auch für diesen Wettbewerb. Wie für Sprintweihnachtsmänner üblich erhalten wir ein grünes Kostüm! Kurz vorm Start erfahre ich dann, dass für diesen Wettkampf die unglaublich Strecke von 100m bewältigt werden muss. In 9 Vorläufen treten geweils 10 Hochgeschwindigkeitsendzeitfiguren gegeneinander an. Souverän kann ich sogar meinen Vorlauf gewinnen, um 15 Minuten später ebenso souverän im Halbfinale zu scheitern.
Ich kann halt beides und das in kürzester Zeit! Gegen die jungen Experten ist als Laufsenior und Langstreckler kein Kraut mehr gewachsen. Als ich mich aus der Starthocke erhebe, sind die ersten schon im Ziel… Die Rekordsiegsumme von 1000€ hat doch so einige Schnellläufer angelockt! Immerhin gehöre ich jetzt zu den 16 schnellsten Weihnachtsmännern der Welt. Wenn das nicht mal ein ordentlicher Titel ist?!?
Amüsiert habe ich mich trotzdem großartig! Wann darf man schon vor so tollem Publikum auf dem Jungfernstieg sprinten? Zur Belohnung habe ich jetzt mehrere Zerrungen in Oberschenkel, -arm, Bauch und Po aufzuweisen. Da zeigt sich dann ganz deutlich welche Muskelgruppen zu wenig trainiert werden.
Hier die Fotogallerie:
[Galerie nicht gefunden]
Einen Bericht in bewegten Bildern vom Speedrun gibt es auch (zum Glück ohne mich!):
Wenn das mal kein echter Liebesbeweis ist: Ich bin die 25km von Quickborn zusammen mit Anke in einem Schnitt von 5:49 gelaufen, denn der Trainer hatte Vollgas verboten. So gut hydriert bin ich durch noch kein Rennen gekommen, konnte zwischendurch frühstücken, einen Toilettengang einlegen, einmal Schnitzel Pommes und mich als Fotograf betätigen.
Mit einer Endzeit von 2:25 kann man dann wohl schon von dem ersten langen Lauf sprechen…
Der Lauf war wie immer perfekt organisiert, hier beeindruckten besonders die zahlreichen Einparkhelfer, und führte über die Quickborner Felder und Wiesen auf größtenteils asphaltierten Wegen:
Ein paar Tage aktiver Regeneration mit viel Spinning, Kräftigungsübungen und etwas Laufen an der Türkischen Riviera liegen hinter mir. Hier konnte ich mir dann auch mit Abstand ein paar Gedanken über meine weiteren Laufpläne machen. Mit 3 Bestzeiten in 4 Rennen kann man wohl von einem erfolgreichen Jahr sprechen und die Lust am Marathon kommt schon wieder… Ich werde da noch etwas in mich gehen und demnächst ein Entscheidung für meine Planung in 2008 treffen. Im Moment hindern mich eigentlich nur die angefressenen Pfunde…
Anke hat mit Stolz und sehr souverän ihre Platzreife absolviert und ich habe so manche Vorbehalte gegenüber diesem Sport abbauen können, jedoch möchten mich meine Knochen schnell vorwärts tragen…
In der Regenerationswoche gerade mal 95km gelaufen und das hauptsächlich gaaaaaaanz locker. Einziger Reiz sollten die tollen 400m Intervalle vom Dienstag sein, mit 1:18 immerhin ca. 5 Sek. schneller als im April. Das lässt hoffen! Die Übung Crescendo Lauf am Donnerstag nicht richtig begriffen und etwas sehr schnell…
Meine langen Läufe gefallen mir noch nicht so richtig, irgendwie etwas saft- und kraftlos. Daher werde ich in diesem Jahr wohl auf einen Start beim Alsterlauf verzichten und lieber eine harte Marathonvorbereitungswoche einlegen.
Famous last words