MITTWOCH, 12.11.2008: VILLA SOROA – SAN DIEGO DE LOS BAÑOS
von DETLEV BRAACK
Wiederum sehr früh am Morgen öffnen wir unsere Augen. Kein Wunder, scheint uns doch die Sonne direkt ins Gesicht. So ist es halt, denke ich, wenn man keine Gardinen hat. Und der immer noch auf Hochtouren laufende Generator weiß auch zu verhindern, dass man sich noch einmal umdreht, um den Tag gaaaaanz langsam anzugehen. Dusche, Abstieg zum Haupthaus, Frühstück. Gleich nach dem Frühstück widmen wir uns meinem Sattel und sind schon bald verhalten optimistisch, dass die zur Verengung des Rohres genutzte aufgeschlitzte Bucanero-Dose späteres Absinken meines Sattels verhindern kann.
Gegen 11 Uhr machen wir uns auf zum Mirador (= Aussichtspunkt). Am Ende des holprigen Aufstieges werden wir durch einen Ausblick belohnt, der Seinesgleichen sucht. Grün so weit das Auge reicht, in alle Richtungen. Vögel kreisen um unsere Köpfe. Beeindruckend! Auf dem Aussichtspunkt sitzt bereits ein freundlicher, aber sehr zurückhaltender Kubaner, der täglich fünf Kilometer geht, um danach den Gipfel zu besteigen, beladen mit Getränken, kühlendem Eis und selbst gebasteltem Schmuck, den er hier verkauft. Wie viele Touristen täglich wohl auf den Aussichtspunkt kommen, wollen wir wissen. „Im Durchschnitt? 30 vielleicht. Más ó menos …“ Alleine schon, um seine täglichen Mühen zu belohnen, kaufen wir dem Gipfel-Kaufmann eine Dose Becks-Bier sowie Wasser ab und begeben uns auf den Abstieg zum Salto, dem Wasserfall, circa 300 Höhenmeter unter uns. Nach umfangreichem Fotoshooting begeben wir uns das letzte Mal auf den beschwerlichen Weg zu unserer Herberge. Schnell wollen wir zusammenpacken, um weiter Richtung Westen zu fahren. Obwohl die Tour abseits der Hauptstraße landschaftlich deutlich attraktiver sein soll, entscheiden wir uns, in der Nähe der ohnehin nur spärlich vorhandenen kleinen Orte zu bleiben. Denn nur, wo ein Ort ist, vermuten wir auch Poncheras, die uns im doch recht wahrscheinlichen Bedarfsfall hilfreich zur Seite stehen können.
Gegen 14 Uhr verlassen wir die Villa Soroa, um eine halbe Stunde später in San Cristobal dann auch schon die erste Ponchera des Tages anzufahren. Es fährt sich einfach nicht gut, wenn der Hintern zu nah am Asphalt ist. Schnell scharen sich drei hilfsbereite Mechaniker um das nach kubanischen Maßstäben wohl zumindest als Hightech-Gerät zu bezeichnende Gefährt. Trotz zusätzlicher Motivation durch flugs gekaufte Kekse wird auch diese Reparatur den Sattel nicht wie gewünscht stabilisieren.
Dass Wunsch und Wirklichkeit oft weit auseinander liegen, muss auch Christoph in San Cristobal beim Wassereinkauf erfahren. Denn ihm wird auf seinen doch so klar in Spanisch artikulierten Wunsch nach „aqua“ nur Irritation von der gegenüber sitzenden Alten entgegengebracht.
„Qué???“ fragt die Alte irritiert.
„Aqua!!!“ wiederholt Christoph.
Die Mine der Alten hellt sich umgehend auf.
„Aaaah, sííííí!“, sagt sie, um sogleich unter dem Verkaufstresen zu wühlen und dem erstaunten Hispano-Deutschen mit breitem zahnlosen Lächeln … Gummistiefel vorzulegen. Spanisch: 6. Setzen!!! Aber witzig ist es trotzdem …
Wir verlassen San Cristobal und setzen unseren Weg fort. Ziel: San Diego de los Baños in der westlichsten kubanischen Provinz Pinar del Río. Bis dort sind es circa 60 Kilometer, die wir unseren Rädern heute durchaus zutrauen. Und so folgen wir bei inzwischen 35 Grad im Schatten und strahlendem Sonnenschein der parallel zur Autopista verlaufenden Carretera Central. Wiederum wunderschöne Landschaften eröffnen sich links und rechts der meist flachen, nur wenig befahrenen Strecke. Immer wieder überqueren wir verrostete Brücken, links und rechts des Weges mehr und mehr entwurzelte Bäume. Resultat zweier Hurricans, einer von ihnen Ike, zu Beginn des Jahres. Naturmacht pur, die nicht nur die Landschaft veränderte, sondern auch viel Häuser in den wenigen durchfahrenen Orten zerstörte. Immer wieder sehen wir abgerissene Dächer oder Teile abgerissener Dächer, Notbehausungen, Armut. Und immer wieder werden wird unser im Vorbeifahren oft ausgerufenes „Holá“ von kubanischen Männern freundlich erwidert, während die Frauen eher skeptisch-zurückhaltend schauen. Fröhliche und aufgeregte Kinder winken uns, laufen an die Straßen oder Zäune, rennen auch mal parallel mit uns mit und fordern mit lachenden Augen „Chiclets“. Hätte ich doch bloß mehr von diesen farbenfrohen Lollies mitgenommen …
Nach 60 Kilometern mit nur 320 Höhenmetern erreichen wir kurz vor Sonnenuntergang San Diego de los Baños. Da dort kein herkömmliches Hotel zu bekommen ist, beschließen wir, unsere ersten Erfahrungen mit den für Kuba typischen Casas Particulares zu machen. Empfohlen wird uns die Villa Julio y Cary. Eine erste vorsichtige Begutachtung der Zimmer, insbesondere von Christoph sehr kritisch durchgeführt, endet positiv, und so bekunden wir der resoluten Hausherrin (Cary?) gegenüber, dass wir gerne bleiben möchten und zwei Zimmer benötigen. (Da wir dem zweiten Namensgeber Julio während unseres gesamten Aufenthaltes nicht begegnen, liegt es nah, dass er, von Carys herrischem Treiben getrieben, schon vor langer Zeit das Weite gesucht hat.)
Cary weist uns ein Einzel- und ein Doppelzimmer zu. An diversen Schaukelstühlen vorbei betreten wir die Habitaciones, um dort sodann unsere ersten Erfahrungen mit den brasilianischen Duschen zu machen, die wir bislang nur aus dem ganz hervorragenden englischen Bicycling Cuba-Reiseführer von Wally und Barbara Smith kennen. Auch bei Cary wird das Wasser erst warm, wenn man den nahe dem Duschkopf-ähnlichen Gestell befindlichen Schalter von Off auf On stellt. Bevor unsere herrische Wirtin zum Abendessen ruft, beginnen wir auf der Veranda unseres Domizils mit den ersten Trainingseinheiten im Schaukelstuhl. Schon bald reizen wir die liebe lange Länge der gebogenen unteren Kufen aus – immer wieder kurz davor, einen rückwärtigen Überschlag mit Hauswandkontakt zu vollführen. Wenn das Cary wüsste, die in der Küche unser dreigängiges Menu bereitet. Lange kein Hähnchen mehr gehabt …
Bei wunderschönem Vollmond beschließen wir, noch einen kurzen Gang durchs Dörfchen zu machen, um sodann wieder umzukehren. Zu dunkel sind die Gassen. Wir fühlen uns nicht sicher und beschließen, einen kurzen Absacker im Hotel Mirador zu nehmen. Mit Freude hören wir schon von Weitem die Rhythmen kubanischer Musik, um kurze Zeit später mit Ernüchterung die bekannten Gesichter der uns schon bekannten Reisegruppe aus der Villa Soroa zu sehen, die uns insbesondere beim Abendessen dort schon aufgefallen sind. Und das Schlimmste: Sie sprechen immer noch in ganz vielen furchtbaren Dialekten über diverse Reiseerfahrungen. Um mal wieder etwas Französich in den kubanischen Alltag zu bringen: „Bonjour, Tristesse“ oder: „Ein Hoch auf die Individualreise“ …
Wenig später sitzen wir am Tisch von Enrique, der mir als ortsansässiger Mechaniker vorgestellt wird. Enrique ist Kubaner, sehr freundlich und spricht hervorragendes Englisch. Dass seine ebenso am Tisch sitzende Gattin nicht mehr als eine Handvoll Zähne im Mund hat, macht die Unterhaltung nicht weniger abwechslungsreich. Jedoch, als die Diskussion politischer wird, Enrique immer mehr von seinem selbst gebrannten Rum ausschenkt und ich plötzlich das Animal Farm-Zitat „Some animals are more equal than others“ von rechts vernehme, beschließe ich, dem Gespräch nur noch passiv zu folgen. Ich bin mir in diesem Moment nicht sicher, ob wir unseren Freund Carsten am nächsten Tag noch am Frühstückstisch begrüßen werden können …
Zum Abschluss vereinbare ich mit Enrique, dass er mich am kommenden Tag gegen 9 Uhr bei Cary (und Julio?) abholt, um den nun schon vierten Versuch zu unternehmen, meinen Sattel auf einer meiner Körpergröße angemessenen und mir angenehmen Höhe festzustellen.
Autor: Detlev Braack
Lektor: Christoph Witte
Foto: Carsten Feldmann und Christoph Witte
Abenteuersuchende: Carsten Feldmann, Detlev Braack und Christoph Witte

11.11.,
Wir halten an und begutachten das Hinterrad. Eine eigenständige Reparatur des Schlauches ist unmöglich. Dieses kubanische Hochleistungs-Fahrrad hat selbstverständlich keine Schnellspanner. Und wir? Wir Experten haben zwar Werkzeug dabei, aber dieses Werkzeug ist wahrhaft nicht geeignet, jene verrottete Riesenmutter zu lösen, die mein nun vollends plattes Hinterrad hält. Ratlos lehnen wir minutenlang an der Mauer, die unsere Straße von dem dahinter liegenden Strand dieses wunderschönen Küstenstreifens in Havanna trennt. Aufspritzendes Meerwasser bespritzt höhnisch den gestoppten Deutschland-Dreier mit vor wenigen Minuten noch stolz gehisster Flagge, die schon jetzt auf mindestens Halbmast abgesenkt werden müsste. Um nicht noch nasser zu werden, setzen wir uns auf den Bürgersteig des gegenüberliegenden Straßenrandes. Ich denke ernsthaft an Aufgabe, alternativ an eine Tour per Mietwagen. Christoph – alles andere als erfreut über die gewonnene Pannen-Vorhersage-Wette – schlägt Suche und erstmaliges Aufsuchen einer Ponchera (= kubanische Fahrradwerkstätte) vor. Und, oh Wunder: In nur 500 Meter Entfernung finden wir tatsächlich einen typischen kubanischen Vulkaniseur, der zwar kein Wort mit uns spricht, aber meinen Reifen für nur einen Peso binnen fünfzehn Minuten flickt, um sich sodann dem wartenden Krad-Fahrer zu widmen, der seinen platten Reifen in der Zwischenzeit schon selbst ausgebaut hat. Für mein zweites technisches Problem, den sich schon jetzt mehr und mehr absenkenden Sattel, hat er in Ermangelung einer passenden Imbusschraube leider keine Lösung parat.
Auf stark befahrenen Straßen verlassen wir Kubas Hauptstadt bis wir endlich auf der Autopista sind. In den Nasenwegen stark riechende Autoabgase, im Gepäck nun noch deutlich mehr ungutes Gefühl als eh schon zuvor. Kein Vertrauen in das für unsere ehrgeizigen Tourpläne wohl unzureichende Material. So rollen wir auf der rechten Autobahn-Spur, die für alles andere als Autos bestimmt ist (und davon gibt es in Kuba sehr viel), gen Westen. Soroa, rund 100 Kilometer entfernt, ist unser erstes Ziel. Hier haben wir bereits von Hamburg aus eine Unterkunft für die kommende Nacht gebucht. Wie sollen wir das mit diesen Rädern nur bis zur Villa Soroa schaffen?
Mehr als zwanzig rund um den roten, aus westeuropäischer Sicht baufälligen Verkaufsstand verteilte Menschen blicken uns erstaunt und schweigend aus großen Augen an und fragen sich, was wohl als nächstes passieren wird. Unser gesungen-fröhlich-melodisches „Bonjour“ von vor zwei Tagen ist nach der Landung in Havanna sehr schnell durch ein strenges spanisch-direktes „Holá“ abgelöst worden, welches wir auch hier voller Inbrunst mit breiter Brust zum Besten geben. Alleine … dieser Ausruf findet im breit aufgestellten Rund der vielzahlig versammelten Zuschauer keinerlei Erwiderung. Man schaut uns weiterhin nur mit versteinerter Mine an.
Weitere 15 Kilometen haben wir bewältigt, als plötzlich drei braungebrannte Gestalten in zerrissener, schmutziger Kleidung jenseits des Mittelstreifens der Autopista unsere Aufmerksamkeit erregen. Laut, aber fröhlich, rufen sie in unsere Richtung und winken dabei, doch recht Furcht einflößend, mit ihren Riesen-Macheten. Aus Angst vor Wegelagerei und Diebstahl unseres derzeit doch recht hohen Bargeldbestandes fahren wir langsam weiter, wirkt doch das Gerät in ihren Händen eher beängstigend. Und doch hat die gesamte Ausstrahlung dieser drei Kreaturen etwas sehr Sympathisches und Herzliches.
Eine halbe Stunde später sind wir froh, umgekehrt zu sein und uns zu den drei kubanischen Männern gesellt zu haben. Andernfalls hätten wir weder gelernt, selbst Kokosnüsse mit einem wohl vier Meter langen Ast direkt vom Baum zu pflücken, noch wären wir in den Genuss des erstaunlich kühlen Saftes aus der Mitte der Frucht gekommen. Wie gut, dass unsere drei immer noch nicht gerade ausgehfertig gekleideten, aber inzwischen lieb gewonnenen, Kollegen die Riesen-Macheten zum Öffnen der Nüsse dabei haben. Und so kippen wir gierig das erfrischende Nass gleichermaßen in unsere durstigen Kehlen und über unsere bis hierher noch relativ sauberen Rad-Shirts. Der anschließende Abschied von unseren drei freundlichen Straßenrand-Kumpels hat schon fast etwas Brüderliches. Was für tolle Menschen – arm, freundlich, offen, gebend. Wir sind beeindruckt und treten in die Pedale – immer noch voller Furcht, dass selbige am nächsten Berg der steigenden Belastung nicht gewachsen sein wird und abbricht …
Mit kalorienhaltigen Pommes, einem halben fettigen Hähnchen sowie einem kühlen Cristal-Pils im Bauch, welches wir an einer Snack-Bar nach rund 70 Kilometern verschlingen, kurbeln wir die letzten Autopista-Kilometer Richtung Abfahrt Soroa. Dabei amüsieren wir uns immer noch über die Gesichtsausdrücke der drei in der Snack-Bar ebenso pausierenden deutschen Kuba-Mit-Dem-Mietwagen-Erkundungs-Touristen nach unserer gezielt laut gesprochenen Aussage „Wie schön ist es doch, dieses Land mit dem Fahrrad zu erkunden. Mit dem Mietwagen würde einem wahrhaft viel entgehen.“ Herrlich! Was wäre das Leben ohne den einen oder anderen (zumindest für einen selbst) witzigen Spruch auf den Lippen?
Der Transport wichtiger Dokumente im Bauchbeutel während einer Kubareise darf als durchaus sinnvoll bezeichnet werden – selbst für denjenigen, der (naturgegeben oder selbst so gewählt) nicht über einen hierfür doch eigentlich notwendigen Bauch verfügt. Der Irrglaube jedoch, dass jeder Bauchbeutel auch wasserdicht ist, kann fatale Folgen beim Einchecken in einem Hotel haben. Insbesondere, wenn man mit einem schweißtreibenden Gefährt wie dem Fahrrad unterwegs ist. Und vor allen Dingen auch dann, wenn man den stark rinnenden Schweiß schwerpunktmäßig auf die Reservierungsnummer des Hotel-Vouchers (oder wie ein Mitreisender gerne mal zu sagen pflegt: „Voyager“) konzentriert, bis eben diese entscheidende Nummer nicht mehr zu identifizieren ist. Ekel, Unverständnis und Diskussionen an der Rezeption der Villa Soroa bei Anblick des klitschnassen Reservierungsbeleges …
Um den überwältigenden Erlebnissen der folgenden (Rad)Tage auch wirklich voll und ganz gerecht zu werden, wäre es nicht sinnvoll, unserem einzigen Tag in Havanna allzu viele Worte zu widmen. Da diese Station aber Teil der Reise ist und insbesondere dem ersten und zweiten Zusammentreffen mit unseren Leih-Fahrrädern eine gewisse Bedeutung für die folgenden Tage nicht abzusprechen ist, muss ein kurzer Abriss zu unseren ersten Kuba-Hauptstadt-Erfahrungen einfach sein.
Nach einer erholsamen Nacht also, die im Anschluss an die Reisestrapazen des langen Vortages auch bitter nötig war und die jedem Einzelnen von uns mindestens neun Stunden Schlaf brachte, gesellte sich Spätaufsteher Christoph so gegen 8 Uhr dann auch endlich zu Carsten und mir an den Frühstückstisch im Hof des Hostal Valencia. Aber ist das, was unsere bei Tageslicht noch viel schönere Unterkunft da aufbot wirklich als „Frühstück“ zu bezeichnen? Meinen Geschmack trifft es jedenfalls nicht. Wüsste ich in diesem Moment jedoch schon, was die bevorstehende Woche noch so an Gaumengenüssen bieten würde, so wäre dieses Frühstück der wahre Hochgenuss für mich. Nun denn, zumindest für denjenigen, der – wie Christoph – auf „Pfannkuchen satt mit süßem Sirup“ steht, ist das Hostal Valencia ein absolutes Muss!
Nach dem Frühstück wollen wir schnell unsere Hightech-Maschinen beim
Zur Abkühlung ein Bierchen (
Auch der eine oder andere Rum am Abend führt nicht dazu, dass wir so benebelt sind und plötzlich Vertrauen in die Haltbarkeit der kubanischen Räder gewinnen. Nicht mal das Zusammentreffen mit dem leibhaftigen kubanischen Weihnachtsmann, der – welch komischer Brauch – des Nächtens aus Blechbüchsen gebastelte Fotoapparate auf Havannas Straßen vertreibt, lässt uns optimistisch in den kommenden ersten Radtag blicken. Aber Spaß haben wir trotzdem …
Nachdem bei unserem vierten potenziellen Mitreisenden getreu dem Motto „Frauen statt Urlaub“ die Kuba-Leidenschaft nur ein Vortreffen lang angedauert hat, (er aber trotzdem den Flug schon mal mitgebucht hatte, vielleicht auch, um das Geschäft unserer kompetenten
Glaubt man Carstens Freund Nobbie, so ist der Pariser Flughafen ja so überhaupt nicht geeignet, mehr als fünf Aufenthaltsstunden hier sinnvoll zu gestalten – insbesondere der internationale Teil. Glaubt man heute hingegen uns Dreien nach unseren speziellen Erfahrungen in Frankreich, so sind fünf Stunden Aufenthalt am
Mit einem fröhlichen „Bonjour“ auf den Lippen begrüßen wir nach gefühlt kurzer Wartezeit die mehr oder weniger freundlichen Air France-Stewardessen vor altertümlich anmutendem „Interieur“ (sprich: „Interiöar“) in einem mehr als vierhundert Personen tragenden
In Kuba sucht man sich kein Taxi, man wird gefunden! Und so sitzen wir nach knappen Preisverhandlungen schon bald in einem weißen Auto … Auto?!? Nein, nein, nein, das ist kein Auto!!! Wir sitzen auf völlig durchgesessenen Sitzen oder den davon übrig gebliebenen Teilen in einem (wahrscheinlich) vierrädrigen Gefährt, welches wohl ein Lada ist. Nachdem der Fahrer vor dem Flughafengebäude missmutig eine Strafe (oder Provision?) – wofür auch immer – bezahlt hat, geht die Fahrt los. An allen Ecken und Enden klappert dieses Gefährt. Da die Halterung zum Einrasten des Gurtes neben meinem linken Becken fehlt halte ich das Gurtende bei innerstädtischem Tempo einhundert mit der linken Hand krampfhaft vor meinem Körper, Meine Rechte greift schnell nach oben. Dorthin, wo bei einem normalen Gefährt ein Haltegriff angebracht ist. Die Suche nach selbigem bleibt vergeblich, denn in diesem Vierrad befindet sich hier nur noch luftleerer Raum.
Das Hostal ist hell erleuchtet und hat einen begrünten Innenhof, den man sich schöner einfach nicht vorstellen kann. In den Geschossen säumen hohe Türen die Wände, hinter denen sich die zwölf sehr sauberen Gästezimmer verbergen. Der kleine Raum namens „Villareal“ mit Eisangebot (jedoch „hielo“ und nicht „helado“ …) direkt aus der Klimaanlage für Christoph, das einem Tanzsaal ähnlich große Zimmer „Alicante“ mit drei Betten sowie integrierter, mit jeweils einer grünen Flügeltür abgetrennter Garderobe, Dusche und Toilette für Carsten und mich. Der kleine, niedliche Balkon mit morscher Tür zur kleinen Seitengasse, einfach herrlich. Wir sind angekommen und krönen den Abend mit drei Bucaneros (Bier), Kebab (auf kubanisch steht das für zwei einfache Fleischspießchen ohne Beilage) sowie gemischtem Salat (kubanisch = kleiner flacher Teller mit abgezählt fünfzehn Salatgurkenscheiben, die ein wenig Kraut in der Mitte umrunden.) Egal, wir wollen nur noch schlafen.