Laufen auf der Alster




In Zeiten, in denen eine Stadt wie Hamburg Geld sparen muss indem Gehwege nicht geräumt werden und es günstiger scheint Knochenbrüche in Kauf zu nehmen, muss man sich als Läufer was einfallen lassen, um seinem Training nachzukommen. Seit ca. 3 Wochen laufe ich mit Begeisterung den Icebug bei meinen Regenerationseinheiten an der Alster. Der Schuh ist mit Spikes, von einigen auch liebevoll Speikes genannt, bewehrt und bietet somit volle Traktionskontrolle auch auf eisigen Untergründen. Die Spikes sind elastisch gelagert, so dass sie auf Asphalt nachgeben können und so geschont werden. Die Sohle selbst ist recht hart, was bei den derzeitigen Untergründen sehr angenehm ist.

Gerade eben habe ich mich dann dazu hinreißen lassen mit eben diesem Schuhwerk auf der Alster zu laufen. Das ist Vergnügen pur! Endlich mal wieder eine ebene Oberfläche und nicht diese Eiskanten auf den Gehwegen, die nur zum Umknippen führen und den Sehnenapparat belasten. Ganz nebenbei ist es eine Mördershow zwischen all den Schlittschuhläufern rumzusausen.

Zum langen Lauf am Wochenende wird es wohl statt Isotonischen Glühwein geben…

Die Räumung und Öffnung des Hammer Parks war übrigens eine Eintagsfliege. Letzten Dienstag wurde nur sehr mürrisch wieder aufgeschlossen und die Bahn ist komplett vereist, nicht belaufbar.

 

Startpunkt Alsterwanderweg

Auf dem Weg im Auto nach Kayhude bekomme ich doch etwas Muffensausen, denn aufgrund der 45minütigen Autofahrt wird mir langsam die Dimension meines Vorhabens bewusst…

Startpunkt des Alsterwanderweges ist die Gaststätte Heidkrug in Kayhude. Nach ein paar Metern an der Bundestrasse heißt es “ab in den Wald”. Auf nadelbedeckten Böden mäandern die Alster und ich durch die schöne Landschaft immer auf der Suche nach gelben Pfeilen, die die Strecke markieren.
Beunruhigt bin ich nur wegen der freilaufenden Hunde, die ja durch den in Hamburg weit verbreitreten 24/7-Extremgriller schon völlig verwirrt sein müssen und mir nach einem mageren Stück Fleisches zu lechzen scheinen. Doch alles klappt wunderbar, ich verlaufe mich nicht und erreiche nach 15 Kilometern die Poppenbüttler Schleuse. Von hier aus kenne ich das Revier und steuere wegen akuten Wassermangels nach weiteren 5 Kilometern ein Cafe an, wo man mir für einen Liter Wasser glatt 7€ abknöpft. War wohl Danziger Goldwasser

Ein paar Meter weiter treffe ich Jemanden, der schon das hinter sich gebracht hat, was ich mir für die Zukunft noch vorgenommen habe. Schwer bepackt mit Trinkrucksack und 5 Flaschen taucht Hauke vor mir auf. Da er schon aussieht wie ein Ultramann, quatsche ich ihn sogleich an und so werden die letzten 17 Kilometer kurzweilig zusammen gelaufen. Allerdings deutlich langsamer, denn Hauke ist zwar auch in Kayhude gestartet, läuft im Gegensatz zu mir aber die Ganze strecke auch wieder zurück. Das macht für ihn dann ein Tagespensum von 75 Kilometern!

Ultrmarathonman

Um 15:30 wollte ich mich ursprünglich auch Ultramarathonman nennen, aber leider ist der Alsterwanderweg tatsächlich nur 36km lang. Mit 3:45 absolviere ich aber immerhin meinen bisher längsten Trainingslauf und zweitlängsten Lauf überhaupt. Und was macht das mit mir? Eigentlich gar nichts außer Spaß und einem Sonnenstich!

Das Equipment hat sich voll bewährt! Die Aufzeichnungen mit dem Nokia N82 werden auf der Nokia Sports Tracker Seite noch einmal deutlich hübscher dargestellt, doch leider fehlt der Code, um es in einen Blog einzubinden. Die GPS Daten in Google Map eingelesen sehen dann so aus:


Größere Kartenansicht

Schuh und Handy werde ich noch etwas ausgiebiger testen und dann ausführlich berichten! Hier noch ein paar Fotos von meinem verhinderten “Quellenlauf”:

 

Wenn mich bis morgen mein Heuschnupfen oder die Achillessehne nicht dahingerafft hat, soll sie dann steigen: Meine XT Wings Challenge!

Die Idee war von der Alsterquelle bis zur Mündung an der Elbe zu laufen. Das sollte dann mit einer Gesamtlänge von 50km mein erster Ultralauf werden.
Alsterquelle



Leider ist es so, dass der obere Teil des Alsterrinnsals nicht passierbar ist, da er in einem Naturschutzgebiet liegt. So kann ich leider erst beim Alsterwanderweg einsteigen und es fehlen dann 10km. Nichtsdestotrotz wird das immer noch mein längster Trainingslauf werden und sollte aufgrund der hohen Temperaturen Herausforderung genug sein.

Verpflegt wird sich dem Event angemessen mit Alsterwasser, das ich unterwegs mit “combina flüssig” anmischen werde.

Der ganze Lauf wird natürlich per GPS und Foto dokumentiert und es gilt vor allem die XT Wings auf ihre Tauglichkeit hin zu prüfen.

 

In der Regenerationswoche gerade mal 95km gelaufen und das hauptsächlich gaaaaaaanz locker. Einziger Reiz sollten die tollen 400m Intervalle vom Dienstag sein, mit 1:18 immerhin ca. 5 Sek. schneller als im April. Das lässt hoffen! Die Übung Crescendo Lauf am Donnerstag nicht richtig begriffen und etwas sehr schnell…

Meine langen Läufe gefallen mir noch nicht so richtig, irgendwie etwas saft- und kraftlos. Daher werde ich in diesem Jahr wohl auf einen Start beim Alsterlauf verzichten und lieber eine harte Marathonvorbereitungswoche einlegen.

Das wird schon!

 

eines Einzelnen, hier die Wochenzusammenfassung:

  • Dienstag einen sehr schönen Tempodauerlauf mit 5000m Endbeschleunigung auf der Bahn
  • Mittwoch, Freitag und Sonntag das übliche easy Rumdödeln an der Alster
  • Donnerstag 3x3000m in 11:20
  • Samstag einen ruhigen 32km Lauf im ganz enspannten 5er Schnitt
  • Mit einem vorläufigen Höchststand von 112 Wochenkilometern geht es in die wohlverdiente Regenerationswoche. Mittlerweile habe ich wieder richtig Böcke auf’s Marathonlaufen!

    Haile 2006

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