Endlich zurück aus Berlin und leicht von den Postmarathon Depressionen erholt, muss jetzt noch die Chronistenpflicht erfüllt werden. Endzeit war 2:50:48, womit das eigentliche Ziel mal wieder klar verpasst wurde.

Bis auf meine missratene Hotelbuchung in den östlichen Sumpfgebieten der Hauptstadt, was die örtliche Taxifahrerzunft sehr erfreute, verlief im Vorfeld alles geradezu perfekt. Ich stehe ordnungsgemäß nach Zielzeit eingeordnet in meinem Block, jedoch verwundert mich etwas die Anwesenheit des Sebamed Männchens und des einen oder anderen Bierbauchsmitsichrumschleppers. Pünklich um 9:00 gibt Herr Pobereit den Startschuss, dann passiert zunächst nichts und dann zuckeln wir los wie die Vierstundenläufer. Irgendwie gibt es Probleme das Absperrband zur Trennung von Profis und Jedermännern zu entfernen und die Straße verengt sich unmittelbar hinter der Startmatte. Es dauert ca. 2 Kilometer bis man “frei laufen” kann! Der erste Kilometer dann nur in 4:20, was sich im nachhinein als etwas ärgerlich herausstellen sollte, denn diesen Kilometer schon glatt in 4 Minuten zu laufen, hätte hinten raus auch nicht mehr weh getan. Ab da läuft das Rennen aber nahezu perfekt und unglaublich locker. Bis Kilometer 35 laufen wir – es hat sich eine recht ansehnliche Truppe an 4er Läufern angefunden – die 5 Kilometer Abschnitte in 20:00 glatt. Zwischendurch habe ich mal Seitenstechen, doch insgesamt rollt es richtig gut und es wird kräftig überholt. Das große Ziel sub2:50 habe ich praktisch schon vor Augen und es scheint mir unvorstellbar dieses noch aus selbigen zu verlieren. 4 Kilometer vorm Ziel kommt dann aber doch, was manche den “Mann mit dem Hammer” und ich schlichtweg einen Einbruch nenne. Die Kilometer gehen auf 4:30 bis 4:45 runter wogegen ich nichts tun kann. So sehr ich mich mühe, unten kommt kaum noch was an.

Am Ende erreiche ich dann mit 2:50:48 völlig frustriert das Ziel. Klar, das gehört zu den Gesetzen des Marathons, deswegen mag ich diese Distanz ja so. Ich bin jetzt aber so oft an den 2:50 gescheitert, dass mich auch diese neue persönliche Bestzeit nicht recht trösten kann. Wenn man sich mehrmals über mindestens 12 Wochen auf so einen Punkt fixiert, da kommt dann Frustration und Lustlosigkeit auf.

Was aber absolut perfekt ist in Berlin, ist das 1A Starterfeld, die fast optimalen Witterungsbedingungen, die sympathischen Taxifahrer (Marathon gelofen wah?), das Wiedersehen mit P.G. und die schnelle Strecke, wenn da noch die eine oder andere Baustelle verschwindet rennt Haile im nächsten Jahre garantiert eine 2:03:??.

Sensationell in Berlin und geradezu eine Pflicht ist die Teilnahme an der Aftermarathon Party. Nur gelöste und glückliche Läufer, die bei guter Musik die Marathonsieger und sich selbst abfeiern:

After Marathon Party

Ich werde mir jetzt ein neues Ziel suchen und mich vorerst vom Marathon verabschieden, denn ich habe an allen Schrauben gedreht um mein Ziel zu erreichen, nur für die Grundschnelligkeit habe ich noch nicht viel getan. Daher im nächsten Jahr vielleicht nur die 10km und/oder Halbmarathon Distanz oder vielleicht doch der Kauf einer Wandergitarre?

“Du kannst den nächsten Marathon planen, wenn du die Schmerzen des letzten vergessen hast.”
Frank Shorter

 

Wie in jedem Spätsommer, so ist es auch in diesem äußerst schwierig noch ein Singlet oder gar ein komplettes Trikot für den anstehenden Marathon aufzutreiben. Daher gibt es bei diesem Rennen kein motivierend bedrucktes Trikot, sondern nur Glückskekse, die Ihr bitte tüchtig für mich knackt. Guten Appetit!

Klick den Keks!
Vielleicht hilft er ja sogar noch besser und das Vereinstrikot hat mir in dieser Saison schon gute Dienste geleistet.

 

Georg hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich auf der Videozusammenfassung des Alsterlaufes sehr gut zu erkennen bin. Netterweise ist das Video auch so zusammen geschnitten, dass man den Eindruck gewinnt ich sei direkt nach den Siegläufern ins Ziel getrudelt und vor den besten Frauen, die immerhin 32er Zeiten gelaufen sind. Hierfür habe ich rein sportlich nichts getan, sondern nur schön gejubelt. Auch so etwas wird heutzutage wohl schon belohnt:

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Der interessierte Leser/Läufer solte sich unbedingt das ganze Video anschauen, denn die Aufnahmen sind beeindruckend und die gelaufenen Geschwindigkeiten geradezu berauschend.

 

Um die laminare Umströmung Berlins nicht unnötig zu stören, habe ich dann noch meinen Cw-Wert optimiert.

schaf.jpg


Das hat auch gleich noch ein paar Gramm Gewichtseinsparung gebracht!

 

Die Wetterprognose für den Berlin Marathon sieht zumindest für die Läufer perfekt aus:

Berlin Wetter

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Zuschauer sollten sich wohl etwas Regenkleidung mitbringen…

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