18. Etappe: Finale Furiosissimo …

by in Kanada, Radeln 

Bei wieder einmal mehr als 30 Grad im Schatten machen wir uns gegen 10 Uhr in Squamish auf. „Tour d’honeure“ ist das Stichwort. Noch etwas mehr als 70 Kilometer und wieder einmal über 1.000 Höhenmeter stehen zwischen uns und unserem Ziel. Vorbei an schönen Seen, hohen Bergen und vielen tollen Ausblicken radeln wir den Sea-to-Sky-Highway und später dann den Marine Drive entlang, machen Halt an einem Golfplatz in der Horseshoe Bay, werden abermals stark beachtet, von diversen Menschen auf unsere Reise angesprochen und führen ausgiebige Gespräche über das Erlebte. Wir lassen uns Zeit …

Ca. 20 Kilometer vor dem Ziel erblicken wir die Hochhäuser Vancouver Islands und verlieren uns kurz darauf nahe der 25. Straße für eine halbe Stunde, sind die Zivilisation und mehr als nur eine Straße offensichtlich nicht mehr gewöhnt. Wieder vereint, springen wir in den warmen Pazifik und sind stolz, das Ziel erreicht zu haben.

Was liegt hinter uns, was nehmen wir mit? Die Fakten: Es waren mehr als 1.400 Kilometer mit knapp 20.000 Höhenmetern. Im Gegensatz zu dem einen oder anderen Forumsbericht, den wir vorab gelesen hatten, müssen wir festhalten, dass die Anstiege in Alberta und BC nicht anspruchslos sind. Sie erreichen gerne mal zweistellige Prozentzahlen und sind oft auch lang und zermürbend. Das sage selbst ich als jemand, der schon zweimal die Alpen mit dem Mountainbike überwunden hat.

Die Tour war in der Tat sehr anspruchsvoll, obwohl die Straßen ganz hervorragend ausgebaut und gut befahrbar sind. Der einen von hinten passierende Verkehr stark motorisierter Fahrzeuge und Trucks macht jedoch wahrhaft nicht immer Spaß. Ich denke, es macht insbesondere Sinn, sich den TCH 1 zu sparen, was infrastrukturell allerdings nicht einfach ist.

Die Landschaft ist zu größten Teilen so schön, wie wir es selten gesehen haben. Alleine hierfür lohnen sich die – in unserem Falle bei außergewöhnlich hohen Temperaturen von oftmals über 30 Grad – großen Anstrengungen.

Einer der größten Trümpfe dieser Tour sind die Menschen: viele Rassen, sehr heterogen und immer freundlich. Egal, ob man nach dem Weg fragt, im Motel einen Raum sucht oder auf einem Parkplatz in einen unverbindlichen „Schnack“ verwickelt wird. Ein tolles Erlebnis. Wenn man nicht mit dem Zelt unterwegs ist, muss – aufgrund der eher geringen Infrastruktur – eine sorgfältige Etappenplanung die Basis dieser Reise sein, da es sich vermeiden lässt, auch mal mehr als 100 Kilometer bei 2.000 oder mehr Höhenmetern zu fahren.

Gerne schließe ich, wie bei meinen Kuba-Vorträgen: Jede Pedalumdrehung lohnt sich (insbesondere allerdings auf dem fantastischen Icefield Parkway, ab Kamloops, dann gerade auch zwischen Lillooet und Pemberton – 100 km mit knapp 3.000 Höhenmetern … – sowie auf dem Sea-to-Sky-Highway!!!).

Und besonders wichtig: Steigt niemals, niemals im Hostel International Shuswap ab!!! Gas geben und schnell weiterfahren ist das Stichwort …

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18. Etappe: Squamish – Vancouver

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