15. Etappe: GAR NICHTS

by in Kanada, Radeln 

Während wir dachten, gestern schon das komplette und einzige NICHTS erlebt zu haben, werden wir heute eines Besseren belehrt: Es gibt in Kanada tatsächlich noch mehr als FAST NICHTS und NICHTS, nämlich … GAR NICHTS!!! Hierbei sprechen wir nicht von landschaftlichen Reizen, diese werden ins heute abermals überwältigen. wir sprechen vielmehr von der einfachen und eigentlich doch selbstverständlichen Möglichkeit, sich der Zivilisation zu bedienen, mal etwas einzukaufen, mal einen Kaffee trinken zu können oder vielleicht auch nur mal ein paar Häuser zu sehen. All das ist heute nicht möglich. Eine Riesen-Handvoll GAR NICHTS begleitet uns den ganzen Tag. Und das auf einer Etappe, die am Ende unerwartete 102 Kilometer und knapp 2.800 Höhenmeter misst – ein Gesamtanstieg, den keiner von uns jemals bewältigt hat, schon gar nicht mit Gepäck. Wir fahren heute also mal ein Drittel des Mount Everest hinauf …

Kein Radler weit und breit, die Engländer, die diese Strecke kennen und mit denen wir nach dem ersten schon sehr harten Anstieg kurz sprechen, sagen, um so etwas zu machen, ist man entweder smart oder stupid. So ganz falsch liegen sie mit dieser Einschätzung wohl nicht. Letzteres scheint nach der ltztendlich siebenstündigen Strapaze bei über 30 Grad dann doch zutreffender …

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Dem ersten heftigen Anstieg dieses NICHTS, bei dem wir gleich mal 500 Höhenmeter ‚machen‘, folgen weitere Anstiege. Einer nach dem anderen. Und immer wenn man glaubt, das Maximum an Höhe erreicht zu haben, darf man feststellen, dass irgendein Idiot über Nacht wohl einen weiteren Berg aufgeschüttet hat. So geht es bis Kilometer 70, jedoch: Die fantastischen Ausblick dieses Tages entschädigen für die Waden-Qualen. Ein Riesen-Gegensatz zum Trans Canada Highway 1, der uns tagelang ziemlich genervt hat, wird überdeutlich. Es ist einfach nur wunderschön um uns herum …

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Gegen 17:15 Uhr erreichen wir Pemberton und unser Pemberton Motel, um kurz danach den Abend in der einzigen Kneipe des Ortes, dem Pony, ausklingen zu lassen. Da wir – im Gegensatz zum gemeinen Kanadier – nicht nur essen und danach sofort wieder gehen, sind wir um 22 Uhr die letzten Gäste des Pubs …

Diese Tour hatte wirklich VIEL, SEHR VIEL … Sie bricht Rekorde und ist jedem ausdauernden Biker dringend zu empfehlen – wenn er nur genug Proviant mitnimmt …

15. Etappe: Lilloet – Pemberton

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