Blindgänger | Syltlauf 2009

by in Wettkampf 

Fast 3 Wochen nach dem Syltlauf bin ich immer noch sprachlos und muss diesen nachgeschobenen Bericht mit dem Zitat eines Staffelkollegen beginnen: „Das Härteste am Syltlauf ist eigentlich nicht die Strecke, sondern die fast ganztägige Siegerehrung“. Dem möchte ich noch hinzufügen, dass dies noch gesteigert werden kann, wenn man nicht auf die Bühne darf.
Fast alle Teammitglieder geben an diesem Tag ihr Bestes, aber eben nur fast alle. Hierzu muss man wissen, dass wir wie 2005 mit einer Mannschaft antreten, die zur Hälfte aus Rekonvaleszenten besteht, die mich und die anderen schon seit Jahren durch das Läuferleben begleiten. Es ist halt auch eine Art Happening, mal wieder zusammen zu siegen und anschließend zusammen zu feiern. So war es 2005, wo es für „Schneewittchen und die 7 Zwerge“ zum Sieg reichte und die auch diesem Jahr wieder erfolgreiche Staffel Hurrican aus Uelzen letztmals geschlagen werden konnte.
Danach sieht es auch in diesem Jahr lange aus – nach einem souveränen Sieg. Unsere ersten 3 Mannen starten furios! Ja der Startläufer ist derartig raketenmäßig unterwegs, dass auf dem offiziellen Startfoto nur ein Fuß von ihm entdeckt werden kann. Als nach 6 Kilometern an mich übergeben wird, liegen wir an 2. Stelle. Kurz hinter uns die zu diesen Zeitpunkt Drittplatzierten und eine Minute hinter den Führenden. Vor mir liegen 11 Kilometer und ich kann schnell die Spitzenstaffel über- und auf die Männerspitze Einzel auflaufen. Der Abstand nach hinten wächst schnell und obwohl alle allein mich für das Tempo einspannen wollen, übergebe ich mit 3 Minuten in Führung liegend kurz hinter der Sylter Strandpromenade.
Auf die 10 Kilometer bin ich eine hohe 36 gelaufen. Angesichts starken Gegenwinds kann ich damit sehr gut leben.
Leider ist es zu diesem Zeitpunkt des Rennens mit der ganzen Herrlichkeit vorbei, zumindest was das Läuferische anbelangt. Das nächste Teammitglied, immerhin startberechtigt für den Leichtathletikbereich eines großen Hamburger Traditionsclubs, braucht für ganze 3,5 Kilometer fast 16 Minuten. Damit erfolgt der nächste Wechsel der ersten 3 Staffeln fast zeitgleich, der psychologische Vorsprung ist dahin und so sehr sich unser Starläufer „Niko Tornado Blitzschlag“ auch wehrte, für den frisch gebackenen Sieger von Celle reicht es dann leider doch nicht mehr.
So wird Köbes 08 (ich weiß immer noch nicht warum wir so hießen…) in diesem Jahr nur frustrierter Dritter, lassen sich brav etwas von pummeligen Schülerinnen vortanzen, lauschen sehr langen Reden, lassen die beliebten Sylter Raketen steigen und essen Sahnetorte mit Schuss.
Was aber ein echter Köbes ist, der feiert natürlich trotzdem oder eben jetzt erst Recht:






















Sollte jetzt der Eindruck entstanden sein, ich sei ein schlechter Verlierer, so ist das komplett richtig!

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