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Alsterlauf 2008 | Bib Bib weg war er

Dieser Bericht muss leider mit einer glatten 6 für den Veranstalter des 19. Alsterlaufes beginnen, denn das gewählte System BibChip zur Zeiterfassung war für eine Veranstaltung dieser Größenordnung denkbar ungeeignet. Nachdem der Startschuss erfolgt war, gab es zunächst einen Stau an diesen riesigen, hässlichen Antennen, die eine Brutto/Nettozeitmessung ermöglichen sollen. Mein Vordermann drückt das Ding zur Seite, so dass es mir dann gegen das Ohr donnert. Das war zwar unangenehm, setzte aber das nötige Testosteron frei, das man für einen erfolgreichen Lauf benötigt. Gar nicht ausmalen möchte ich mir allerdings was passiert, wenn da jemand stürzt und dann eben die Masse von hinten nachdrückt… Von einer präzisen Zeitmessung kann auch nicht die Rede sein. Meine bibchipgestoppte Nettozeit weicht zu meinen Ungunsten um 2 Sekunden von meiner handgestoppten Zeit ab. Für mich nicht ärgerlich, da ich sicher unter meiner Zielzeit geblieben bin, aber einem Meisterschaftsrennen eben unwürdig. Wer mal genau die Ergebnisliste studiert wird auch Läufer finden mit einer identischen Brutto- und Nettozeit aus der 4. Reihe. Eigentlich unmöglich, es sei denn, und das würde die Optik dieser Geräte erklären, sie würde auch noch ein schwarzes Loch o.ä. generieren. Unverständlich auch, warum bei dieser Veranstaltung immer mal was Neues ausprobiert wird, nur um zwoEurofofzig zu sparen. Es gibt ein äußerst erprobtes System, für das wir fast alle einen eigenen Chip besitzen…
Nun zum Rennen: Nachdem mir also der Schreck in die alten Glieder gefahren war, starte ich verhalten und wundere mich, wer denn so alles an mir vorbeizieht. Der erste Kilometer liegt dann mit 3:36 voll im Plan und soll später mein langsamster Kilometer sein. Bis Kilometer 5 laufe ich einen Schnitt von 3:35/km und überhole stetig. An der Krugkoppelbrücke kommt das gute Gefühl auf, dieses Tempo sicher stehen zu können. Auf dem Rückweg von der Alster wird dann noch einmal ordentlich Druck gemacht: 3:30/km, bevor es an die letzten 2 schweren Kilometer geht. Beim Anstieg zur Kennedy Brücke kommt kurz Verzweiflung auf, denn kurz bilde ich mir ein, zu stehen und muss leider ein paar Mitläufer ziehen lassen. Spätestens bei der Unterführung habe ich mich aber wieder gefangen und kann das Ding in 35:44 nach Hause schaukeln.

Von den Problemen beim Start mal abgesehen, waren dieses Mal optimale Wetterbedingungen gegeben und ein hochklassiges Feld am Start. Obwohl ich mich um mehr als eine Minute verbessert habe, ist meine Platzierung fast identisch mit der vom Vorjahr. Nie musste ich alleine laufen, sondern konnte mich schön stetig nach vorne durchtanken.

Einmalig zumindest in Hamburg war die Leistung der Roadrunner: Innerhalb von 2,5 Minuten kommen 8 Straßenläufer ins Ziel, wobei meine Zeit gerade mal zur Komplettierung des 3. Teams reicht. Als Mannschaft reicht es zwar „nur“ zum Seniorentitel mit dem berühmten Eiwimpel, aber die Konkurrenz war einfach saugut und auch das hat Spaß gemacht.

Zum Abschluss noch ein Bild, das ich meinem jetzt wohl größten Fan Georg verdanke (zukünftig laufe ich wieder mit Mütze…):


15 Responses to Alsterlauf 2008 | Bib Bib weg war er

  1. Volker (Sch.)

    Auch von mir nochmal herzlichen Glückwunsch. Da ist das Rennen ja genau so gelaufen, wie ich befürchtet hatte…
    Was ist denn passiert, dass Du in diesem Jahr eine deutliche Bestzeit nach der anderen läufst? Ist’s nur das konsequente Training, oder hat’s noch andere Gründe, dass es Klick gemacht hat?
    Die zwei Sekunden Differenz zwischen eigener Zeitnahme und Ergebnisliste hatte ich übrigens auch.
    Wir sehen uns!

  2. Volker (St)

    Meines Erachtens gab es wohl für etliche keine wirkliche Nettozeit und die Differenz ist einfach das Ergebnis der Bruttozeit. Bei mir ist es jedenfalls so. Es sind etwa genau die zwei Sekunden, die ich an dem zusammenbrechenden System vorbei gebraucht habe.

  3. Volker (St)

    😉 nur ein Schelm würde sowas denken…

    nein, nur sind Brutto und Nettozeit bei mir identisch, was angesicht meines stolperigen Starts durch diese Bibchipblödbögen nicht sein kann. Und meine Stoppuhr starte ich IMMER unmittelbar nach dem Startschuß und am Ende nicht durch eine Bruttozeit enttäuscht zu werden. Außerdem gibt es nur eine rechtlich richtige Zeit:Brutto.
    Nettozeiten hat gelten nur Training.

  4. Ingo

    Eigentlich müssten es schon korrekt sein das Brutto- und Nettozeit bei Dir übereinstimmen, wenn man in der ersten Reihe startet.
    (Zu sehen auf den Bildern des Alsterlaufes)

  5. Hallo Volker (Sch.),
    nun ist es wirklich keine Schande mehr von mir überholt zu werdem 😉

    Was ist passiert? Vielleicht sollte ich mich nicht zu früh freuen…
    1. Ich trainiere mit einer Spitzentruppe
    2. Ich stehe extrem unter Beobachtung um im Training nicht zu überdrehen und nicht nur der Trainingsweltmeister zu sein.
    3. Die regenerativen Einheiten sind jetzt wirklich regenerativ. So mancher, der mich an der Alster joggen sieht, wird mich für verletzt halten.
    4. Der Arbeitsstress scheint meiner sportlichen Leistungsfähigkeit und meinem Körpergewicht gut zu tun
    5. Ich glaube ich habe einfach ein gutes Jahr und bisher bin ich verletzungsfrei durchgekommen (ich klopf auf Holz… warum eigentlich?). Das macht sich dann in der Summe bezahlt.
    6. Umfänge wurde von mir auch leicht erhöht, aber eben bei einem moderaten Tempo
    7. frubiase?

    Klick gemacht hat auch eigentlich wirklich nichts. Die Steigerungen sind doch eher mäßig, wie bei mir seit Jahren. So soll es auch weiter gehen… Das motiviert, der Körper gewöhnt sich daran und man verheizt sich nicht, wie so manch anderer.

  6. Thomas

    Nur noch Bruttogehalt und Nettozeiten, und ich schlafe wieder ruhiger.
    Obwohl wenn ich mit Karsten trainiere, er immer (m)eine Nettozeit läuft und ich (m)eine Bruttozeit 😉

  7. Volker (St)

    @Ingo
    ich weiß nicht auf welchen Foto Du mich in der ersten Reihe gesehen hast. Es standen mindestens 30 Läufer vor mir, was anbetracht des schmalen Bibblöddurchganges eine ganze Menge ist.

    Achtung Arroganz: Es kann uns doch eine Nettozeit völlig egal sein, also nur noch eine Zielzeitmessung ab Startschuß und weg mit den blöden Bibchip. Außerdem sind die Startnummern echt ätzend unbequem und totaler Sondermüll. Man muss sich mal 5000 Startnummern mit Chip im Müll vorstellen. Sollte man schon aus Umweltgründen verbieten.

  8. Thomas

    ja, C wie Caesar, jedenfalls was die 10 km angeht 😉

    Wie Nettozeit weg, wie sollen wir jemals Bestzeit laufen in unserem Alter, da zählt jede Sekunde !!!

  9. Pingback: Christoph´s Laufblog » 131.5km | Maximalwoche

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