Heimspiel | Wald- und Wiesenlauf Salzhausen

by in Challenge, Wettkampf 

Salzhausen – da wo die Kühe schöner sind als die Mädchen und da wo ich aufgewachsen bin.

Hierhin zieht es mich einmal jährlich, nämlich immer dann, wenn der Salzhäuser Wald- und Wiesenlauf ansteht. Vor dem Start nehme ich erstaunt zur Kenntnis, dass der Halbmarathon mittlerweile mit dem Titel „Härtester Halbmarathon Norddeutschlands“ für sich wirbt. Dies soll sich später noch bestätigen…

Start

Nach meinen Erfahrungen aus 2006 starte ich moderat, doch keiner will mit mir mit. Nun stellt sich die Frage ob noch langsamer als 3:50 anzugehen und in der Gruppe hinter mir mitzulaufen oder allein weiterzulaufen. Ich treffe die taktische Fehlentscheidung schlechthin und gehe allein vorne weg. Eine wirklich mühselige Geschichte auf so einer Distanz alleine vorne zu laufen und sich aus dem Nichts Druck aufbauen zu müssen. So muss ich mich auch immer wieder selbst ermahnen, wenn die Schritte hinter mir mal wieder hörbar werden und ich weggedöst bin.

Dies gelingt aber recht souverän und nach 5 Kilometer wird die Strecke dann auch richtig interessant. Es geht auf die Military Strecke. Man versinkt mal wadentief im Morast, gerne auch in Pferdesche…, dann ist der Weg vermoost und glitschig, es steht der Sensenmann sein Arbeitsgerät schärfend an der Strecke, oder ein Pferd quer auf ihr, Kopfsteinpflaster aus einer Zeit vor Christi Geburt und bei der Wiese handelt es sich in Wirklichkeit um bösartige Schlingpflanzen. So lässt der Lauf dann also die nächsten 10 Kilometer seiner vollmundigen Ankündigung Taten folgen und nichtsdestotrotz liege ich immer noch an der Spitze der kleinen Schar (80 Starter!) Halbmarathonläufer.

Auch das Höhenprofil ist beachtlich mit der höchsten Erhebung der südlichen Nordheide:

Höhenprofil

Bei Kilometer 19 freue ich mich schon darüber, dass der Asphalt in Sichtweite kommt und ich mir sicher bin hier nicht mehr überholt zu werden. Weil es aber ein sonst langweiliges Rennen geworden wäre, entschließe ich mich noch etwas die Aufmerksamkeit der Mitläufer zu testen… Der 2. rennt geradeaus hinter mir her, der etwas später angekommene 3., der als Vorjahressieger und Local die Strecke gut kennt, weiß brüllend zu intervenieren, dass wir hätten rechts abbiegen müssen. Dies gibt der Zweitplatzierte ebenfalls brüllend an mich weiter und so spielen wir „Brüllende Post“ mitten im Wald. Ich stoppe und habe keinen Bock mehr! Trabe dann zurück zur Gabelung und es wird von mir verlangt wieder nach vorne zu gehen. Ob der erstaunlichen Fairness, denn zum Laufen gehört ja auch irgendwie die Strecke zu finden, schlage ich vor die letzten 2 Kilometer gemeinsam zu joggen und dann auch gemeinsam durchs Ziel zu gehen. Das machen wir dann auch und trödeln dem Ziel entgegen. Wie sich herausstellt kennt man sich auch und so waren die letzten Kilometer der unterhaltsamste Teil des Vormittags.

Warum ich trotzdem als Sieger gewertet werde erschließt sich mir nicht, denn ich hatte ausdrücklich noch einmal auf die Zeitgleichheit hingewiesen. Letztendlich ist dies aber aufgrund der Wertigkeit der Veranstaltung irrelevant, wobei ich schon etwas angezickt nach Hause fahre. Als wir den Veranstalter auf den fehlenden Streckenposten hinweisen wird uns mitgeteilt, dass sich dieser am Morgen krank gemeldet hat. Ich weiß was krank auf dem Lande heißt…

Dank meines neuen Nokia N82 konnte ich den Lauf aufzeichnen und wer genau hinschaut kann wunderbar erkennen wo ich mich verlief:


Größere Kartenansicht

Für mich war es trotzdem ein lohnenswertes Event, denn der Schlappschritt vom Marathon kommt so allmählich wieder raus. Aufgrund der Schwere der Strecke und der Überlänge von 700m würde ich mal sagen, dass ich unter 1:20 den HM schon wieder laufen kann. Die nächsten Trainingseinheiten werden sich wieder mehr mit der Schnelligkeit als der Ausdauer beschäftigen!

Und eh ich es vergesse: Ein tolles Vollkornbrot gab es auch für jeden Teilnehmer!

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