Hamburg Marathon 2007: Das fast perfekte Rennen!

by in Wettkampf 

Es ist dann mal wieder soweit: Der Hamburg Marathon steht an! Dies ist meine bereits 5. Teilnahme und vor genau 7 Jahren habe ich an selber Stelle mit 3:59:30 meinen ersten Marathon absolviert.

Diesmal ist zumindest vor dem Lauf alles etwas anders, denn Anke ist diesmal erstmals als Läuferin dabei. Sehr zeitig müssen wir uns doch etwas beunruhigt voneinander verabschieden, denn sie muss etwas weiter hinten und vom Messegelände entfernt starten. Derweil mache ich mich daran mich mit den Mannschaftskollegen Einzulaufen und dann suche auch ich meinen Startblock auf. In diesem Jahr sind die Blöcke noch feiner unterteilt worden, so dass ich von Anfang an mit den „richtigen“ Leuten mitlaufen kann. Auch sind die Ordner in diesem Jahr zahlreich und entspannt vor Ort, man muss sich nicht wie in früheren Jahren hier noch anmosern lassen.

Nach dem Absingen der Nationalhymne (Wofür eigentlich? War es eine Deutsche Meisterschaft? Findet das jemand motivierend oder gar schön?) erfolgt pünktlich um 9:00 der Startschuss. Diszipliniert laufe ich die ersten 15 Kilometer nach dem Greifschen Taktikplan für eine Zielzeit von 2:50 in 4:10/km. Das läuft gut und fühlt sich von Beginn richtig gut an! Ganz nach Plan bekomme ich zur Beschleunigung eine Flasche Isotonisches gereicht und reichlich Anfeuerung von den Mannschaftskollegen. Auch die nächsten Kilometer laufen hervorragend, ich arbeite mich nach vorne und schließe zu einer Gruppe auf, die wie ich eine Zielzeit von 2:50 hat. Der Halbmarathon geht planmäßig mit 1:24:niedrig weg und ich verstecke mich schön zwischen meinen Mitläufern, denn der Wind ist schon etwas störend. So geht es dann bis zum Ende der City Nord, wo ich mich leider aus der Gruppe nach vorne verabschieden muss, denn hier hat man das große Ziel aus den Augen verloren, die Kilometer werden langsamer. Von nun an halt alleine und vor allem nach vorn!

Es läuft immer besser bzw. schneller, die Überholerei gibt einen unheimlichen Motivationsschub und die Kilometer gehen bis auf 3:50 hoch. So langsam kommt das Gefühl in mir hoch, dass mich heute nichts stoppen kann, dass es mein Tag werden könnte. Seit 3 Jahren und 5 Marathonläufen, seit ich erstmals unter 3 Stunden lief, habe ich darauf gewartet, dass sich dieses Gefühl mal wieder einstellt. Ab Kilometer 30 steht auch wieder der eine oder andere Roadrunner zum Anfeuern. Sogar der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Hamburger Marathonmeister begleitet mich ein paar Meter. Motivation pur, ich drohe abzuheben, laufe nur noch grinsend an der Konkurrenz vorbei, habe immer noch das Gefühl was im Köcher zu haben:

Drei Kilometer vor Schluss erwischt es mich dann leider doch, woran die sich mittlerweile einstellende Wärme und der scharfe Wind nicht ganz unschuldig sind. Nicht richtig schlimm, es kündigen sich nur schwere Krämpfe in den Waden an, so dass ich leider nicht mehr voll „Reintreten“ kann. Die Kilometer gehen auf 4:30 runter, was zwar kein richtiger Einbruch ist, aber leider reicht, um die Zielzeit zu verpassen. Der Laufstil wird dann auch auf den letzten Kilometern nicht nur langsam, sondern auch irgendwie schwul, wie der Videoschnipsel von Heiko (das Geschrei habe ich mal arbeitsplatzfreundlich unterdrückt) belegt:

Nichtsdestotrotz laufe ich nach 2:51:30 überglücklich ins Ziel, denn immerhin ist das nach 2 Jahren mal wieder eine Marathonbestzeit, ein richtig tolles Rennen gewesen und ich habe mich um fast 3 Minuten verbessert. Noch viel wichtiger aber das Gefühl, dass da noch etwas Potential in mir drin ist, dass ich die fehlenden 91 Sekunden noch holen kann. Da geht noch was!

Nachdem ich dann einigermaßen erholt von der Massage zurückkomme, kann ich eine überglückliche Marathondebütantin in die Arme schließen:

Abschließend möchte ich mich für die tolle Unterstützung an der Strecke bedanken. Dies war fast eine größere Motivation an diesem Tag, als das gut eingeteilte Rennen. Es standen wirklich fast alle an der Strecke, die ich in 7 Jahren Marathonlaufen kennengelernt habe. DANKESCHÖN!

Der Veranstalter hat mal wieder vom Organisatorischen her seine Arbeit perfekt erledigt und sogar für fast perfektes Laufwetter gesorgt. Etwas enttäuschend waren nur die nicht vorhandenen Dreingaben im Startbeutel bei konstanten Startgeldern, früher gab es Handtücher zur Erinnerung, und dass es nicht nur kein Vollbier wie früher gab, sondern dieses nun auch noch streng limitiert war. Überhaupt war der ganze Zielbereich aufgrund der Bauarbeiten an den Messehallen eher frustrierend, als zu großen Siegesfeiern anregend.

Wer jetzt noch wissen will wie das Rennen ein paar Minuten vor mir ablief und warum Tilman D. auf die Strecke zurückkommen musste, der sollte *hier* klicken.

Als Motivation für alle noch ein Bild, der leicht und locker dahinfliegenden Spitzengruppe. Das möchte in zu gerne mal nur ein paar Meter können…

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